Flutungen zerstören Aue

5.09.2015

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Arbeitsgemeinschaft Limnologie Oberrhein fordert Schlutenlösung im Polder Breisach/Burkheim.

 

In der Diskussion um die geplanten ökologischen Flutungen im Polder Breisach/Burkheim hat die Arbeitsgemeinschaft Limnologie Oberrhein (AGL) deutlich Stellung bezogen und sich für die Schlutenlösung ausgesprochen. Diese sei "naturschützend und gewässerrevitalisierend", erklärt der Limnologe Klaus Rudolph in einer Stellungnahme des Vereins. Die flächigen ökologischen Flutungen dagegen seien wissenschaftlich nicht fundiert und zerstörten die Rheinaue.

Mit seiner Stellungnahme bezieht sich Rudolph, wie zuvor bereits die Bürgerinitiative für eine verträgliche Retention Breisach/Burkheim (BI), auf einen Leserbrief von Nikolaus Geiler, der in der Badischen Zeitung am 12. August erschienen ist.

Die "realen Auswirkungen" der geplanten ökologischen Flutungen sähen anders als von Geiler beschrieben aus, sagt Rudolph. Als Beispiel führt er das Naturschutzgebiet Taubergießen bei Rheinhausen/Niederhausen an, das unter den künstlichen Flutungen aus dem Leopoldskanal leide. Es sei umfangreich dokumentiert, wie immer wieder Schlamm und Müll den Wald verdreckten. Durch die Flutungen seien Bauwerke wie Brücken weggerissen und Baukies im Wald verstreut worden, Gewässer verschlammten innerhalb kurzer Zeit. Zudem seien unzählige Fische gestorben, weil die vielen großen Pfützen nach den Flutungen austrockneten.

Auch die Polder Altenheim zeigen laut Rudolph, dass die Auenrenaturierung durch künstliche Flutungen utopisch sei. "An häufig gefluteten Stellen sind dort bis zu drei Meter hohe sumpfige Springkrautplantagen entstanden. Altrheinarme, Giessen und Quelltöpfe wurden nicht geschützt und sind teilweise massiv verdreckt. Riesige Brennnesselfelder sind im Südpolder entstanden", sagt der Wissenschaftler.

Für ihn sind all das Belege, die zeigen, wie in so einem Fall Gewässer, Wald, Tiere und Pflanzen leiden. "Ökologische Flutungen sind ein irrwitziges Konzept ohne wissenschaftliche Grundlage. Sie gehen von falschen Voraussetzungen aus und sind in der Realität grandios gescheitert", sagt Rudolph. Er fordert ein Monitoring der Flutungen durch unabhängige Wissenschaftler.

Für den Polder Breisach/Burkheim befürworte die AGL gemeinsam mit den Gemeinden Breisach und Vogtsburg und der Bürgerinitiative daher die Schlutenlösung. Dafür seien mit den Ingenieuren und Fachleuten des Regierungspräsidiums detaillierte Pläne erstellt worden. "Herr Geiler war nicht involviert. Er kennt die vertraulichen Pläne nicht und besitzt kein Mandat für Beurteilungen oder gar Verhandlungen", kritisiert Rudolph.


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Quelle BZ-Artikel vom Do, 03. September 2015