Das Konzept "zurück in die Zukunft" ist in sich wenig schlüssig

1.8.2015

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Ökologische Flutungen in Burkheim nicht zeitgemäß

Noch eine lange Wegstrecke steht der Bürgerinitiative für eine verträgliche Retention Breisach/Burkheim (BI) bevor, um ihr Ziel, die ökologische Schlutenlösung plus, durchzusetzen. In der Mitgliederversammlung in Burkheim wurden viele überzeugende Argumente vorgetragen. Aber auch an polemischen Bemerkungen an die Adresse der Befürworter der ökologischen Flutungen im Rückhalteraum Breisach-Burkheim mangelte es nicht.

Wen wundert’s? Das Konzept "zurück in die Zukunft", mit dem die Befürworter der sogenannten ökologischen Flutungen die Rheinuferregion renaturieren und damit in das Zeitalter vor Johann Gottfried Tulla 1770 bis 1828) "zurückbeamen" wollen, ist in sich wenig schlüssig. Vieles spricht dafür, dass die Wassermengen des Rheins für Flutungen an 50 Tagen im Jahr gar nicht ausreichen werden.

Die Verschmutzung von Gießen und Quelltöpfen müsste ebenso in Kauf genommen werden wie empfindliche Einschränkungen im Erholungsgebiet Rheinwald. In welchen Zustand werden geflutete Flächen versetzt, die jetzt als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind? Und würden die Wildkatzen, die sich gerade wieder in den Auwäldern angesiedelt haben, die "künstlichen" Flutungen überleben?Auf derlei Fragen hat man noch keine schlüssigen Antworten gehört. Der Kompromissvorschlag der BI, die ökologische Schlutenlösung plus, bietet da schon eine sinnvolle Alternative. Sie trägt dem Hochwasserschutz Rechnung, berücksichtigt aber auch die Belange der Bürger.

Allen am Entscheidungsprozess Beteiligten wünscht man jetzt, dass sie ihre Kompromissfähigkeit bewahren und aufeinander zugehen. Das gilt vor allem auch für die Genehmigungsbehörden. Mit mehr Beweglichkeit und weniger Starrsinn müsste das eigentlich auch gelingen.

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Quelle BZ-Artikel vom Sa, 01. August 2015